Wölfe im Va­ri­e­té­the­a­ter

Im magischen Berlin herrscht Chaos. Wolfin Paluschke, zweitältester Sohn von Berlins letzter noch lebender Hexenfamilie, ist niemand, der sich groß aufregt. Eigentlich geht ihm so ziemlich alles am Arsch vorbei, abgesehen von seiner Ausbildung zum Heiler. Doch sehr zu seinem Bedauern hat niemand den ärgerlichen Zwischenfall mit dem Nekromanten und den Werwölfen vergessen. Die magische Regierung behält die gesamte Paluschke-Sippe misstrauisch im Auge, nicht, dass sich deswegen irgendwer zusammenreißen würde. Wolfins Vater ist wie eh und je ein versoffener Nichtsnutz, sein kleiner Bruder steckt mitten in der Pubertät - und wohin sein älterer Bruder verschwunden ist, weiß niemand so genau.

Doch nicht nur Wolfins Leben hat sich verkompliziert. Die Gestaltwandlerin Nefes Yildiz steht nach dem Nekromanten-Skandal vor den Trümmern ihrer Existenz. Traditionelle und religiöse Fanatiker, die sich selbst als die "Sonnen Kalifs" bezeichnen, scharen eifrig Anhänger und Verbündete um sich. Nefes Anrecht auf einen Sitz im Zirkel wird angezweifelt, ebenso wie ihre Rolle als neue Clan-Anführerin. Misstrauen, Rivalität und alte Familienfehden zerstören den Ruf des gesamten Yildez-Clan. Doch die Streitereien unter den Gestaltwandlern sind bald nicht das einzige Problem und die gesamte Stadt droht im Chaos zu versinken.

Tausende Kilometer von Berlin entfernt steckt Kraken Paluschke kniehoch in der Scheiße. Mal wieder. Seit seiner Rückkehr aus der Geisterwelt stimmt irgendetwas nicht mit seinem Verstand. Kraken sieht und hört Dinge, die er eigentlich nicht sehen oder hören sollte. Die Suche nach Antworten führt ihn und den mürrischen Domovoi namens Wjatka ins Nirgendwo nach Russland, das Land der Geister und Toten. Doch kaum auf russischem Boden angekommen, beginnt ein einziger Alptraum. Niemand anderes als die Baba Jaga höchstpersönlich hat es auf die beiden Unruhestifter abgesehen. Ein gestohlener Ring in den falschen Händen, gigantische Wohnblocksiedlungen am Rande der Welt und eine Straße aus Knochen. Ein Versteckspiel im Diesseits und Jenseits beginnt.


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